Ausstellung: Bergische Blicke

Frühe Aufnahmen der Photographen August und Erich Sander, Theodor Meuwsen und Emil Hardt

07.06.2018 - 07.10.2018
Veranstaltungsort

MUSEUM UND FORUM SCHLOSS HOMBURG

Schloss Homburg 1

51588 Nümbrecht

Diese Sonderausstellung vermittelt einen photographischen Überblick über das Bergische Land der 1870er bis in die 1930er Jahre. Dabei präsentiert die Werksauswahl von insgesamt rund 90 Arbeiten vier photographische Positionen, die zu einem Dialog über das Bergische Land einladen und ein lebendiges Bild der Region zeichnen. Sie zeigt Personen- und Landschaftsaufnahmen von August und Erich Sander, Theodor Meuwsen sowie Emil Hardt. Realisiert wird sie in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung SK/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, dem Stadtarchiv Wipperfürth sowie dem Heimat- und Geschichtsverein Wipperfürth.


Pioniere der Photokunst


Theodor Meuwsen (1839-1916) betrieb Wipperfürths erstes fest installiertes Lichtbildatelier. Seit 1870 bot er seine photographischen Fertigkeiten im neu erbauten „Glashaus" am Kirchplatz an. Es folgten Niederlassungen in Gummersbach und Hückeswagen. Neben dem Anfertigen von Porträtaufnahmen war es vor allem die photographische Erschließung der umliegenden Region, die Meuwsens Schaffen bestimmte. Die erhaltenen Panoramaaufnahmen, Städteansichten und Industriedarstellungen zeugen von dem Streben, die umliegenden Orte ganzheitlich zu erfassen, was die Photographien heute zu wichtigen stadtgeschichtlichen Zeugnissen macht.


Um die Jahrhundertwende übergab Meuwsen das Atelier an seinen Nachfolger Emil Hardt (1877-1945), der aus Limburg an der Lahn stammte. Die Mehrzahl von Hardts Aufnahmen sind Porträts, die anschaulich den lebendigen Atelierbetrieb der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Die oftmals beeindruckend atmosphärischen Aufnahmen zeugen von dem Gespür Hardts, die Essenz der Begegnung mit Mensch und Natur in ein visuelles Zeugnis zu überführen.


Einer der bekanntesten deutschen Photographen ist August Sander (1876-1964), dessen epochales Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts" von kulturgeschichtlicher Relevanz ist. Weniger geläufig – aber gleichsam bedeutend – ist Sander als akribischer Landschaftsphotograph, der das Wesen der ihn umgebenden Natur und Architektur genauso profund zu ergründen suchte. Der sachlich-konzeptuelle Ansatz und der dokumentarische Feinsinn, den sein Schaffen grundsätzlich auszeichnet, verbinden sich auch in seinen Aufnahmen des Bergischen Landes mit einem herausragenden ästhetischen Anspruch, der von der Perfektion des Meisterphotographen zeugt. Die Physiognomie des Ortes zu erforschen wird dabei zu einem zentralen Streben, das auch für seine Porträtaufnahmen charakteristisch ist.


Die Leidenschaft für das photographische Medium teilte August Sander mit seinem Sohn. So werden auch Arbeiten von Erich Sander (1903-1944) in der Ausstellung zu sehen sein, der im Auftrag des berühmten Vaters für das Atelier Sander arbeitete, das 1911 auf der Dürener Straße in Köln eröffnete. Er fertigte eine Vielzahl atmosphärischer Landschaftsaufnahmen, die von dem technischen Können und einem geschulten Blick – ähnlich dem des Vaters – zeugen.


Während der Ausstellung findet ein Rahmenprogramm mit Führungen oder Worlshops statt. Auch für Kinder gibt es ein Programm. Weitere Infos dazu finden Sie in der pdf-Datei:



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Veranstalter

MUSEUM UND FORUM SCHLOSS HOMBURG

Schloss Homburg 1

51588 Nümbrecht

Tel: +49 (0) 2293 910171