Samt, Seide und Rauschegold

Weihnachtsausstellung im Engelsmuseum

15.11.2019 - 08.02.2020
Veranstaltungsort

Deutsches Engel-Museum Engelskirchen

Engels-Platz 7, Alte Schlosserei

51766 Engelskirchen

In diesem Jahr zeigt das ENGEL-MUSEUM „Engel in der Weihnachtszeit“ aus den Nachkriegsjahren bis hin zu den 1980er Jahren.


Denkt man an einen Rauschgoldengel, so fällt uns spontan ein bestimmter Engeltypus ein, der in der Weihnachtszeit an vielen Orten zu sehen ist. Ein Wachskopf mit lockigen Haaren, ein liebliches Gesicht, ein langes Gewand aus Seide, Samt oder Brokat, in den Händen ein Instrument, eine Laterne oder eine Kerze. So sind sie in den kargen Nachkriegsjahren vor allem im süddeutschen Raum entstanden. Nach all den Entbehrungen sehnten sich die Menschen wieder nach Frieden und Romantik. Mit dem Engel verbanden sie Glück und auch Schutz und so hielt dieser Engeltypus Einzug in viele Weihnachtszimmer. Das Wirtschaftswunder spülte Geld in die Haushaltskassen, es war möglich, sich ein klein wenig Luxus zu leisten. So erhielt der Engel Kleider aus edelsten Stoffen, die an prachtvolle Abendroben großer Stars oder Königinnen erinnerten, die man in Illustrierten bewundern konnte.


In wochenlanger Arbeit kuratierte Ausstellungsleiterin Beate Gatzsch die Ausstellung mit ihrem Team. Dabei wurde auch wieder auf einen Teil der Sammlung „Johann Fischer“ zurückgegriffen. Dieser hatte zwar viele dieser Engel zusammengetragen, deren empfindlichen Flügel hatten aber zum Teil sehr gelitten und mussten gerichtet werden.


Mit einem echten Rauschgoldengel hat ein Brokatengel übrigens wenig zu tun. Der stammt nämlich aus Nürnberg und es gibt ihn schon seit fast 200 Jahren. Er besteht aus Metallfolie und hat einen Holz- oder Porzellankopf. Auch von diesen Engeln gibt es einige zu sehen.


„Besonders freut uns allerdings, dass es uns gelungen ist, ein handgefertigtes Unikat mit einem Porzellankopf aus der Biedermeierzeit von Otto Ziegler zu erwerben“, so Beate Gatzsch. Otto Ziegler, Jahrgang 1932, gelernter Fotograf und studierter Grafiker aus Süddeutschland, ist einer der letzten Künstler, der dieses Sinnbild der Nürnberger Weihnacht in Handarbeit und aus altem Material herstellt. Dafür musste er auf Restbestände seines Materials zurückgreifen, die nun aber auch versiegt sind.


Die Ausstellung wird am Freitag, 15.11.2019, um 19.00 Uhr mit einem bebilderten Vortrag von Peter Ruland „Winter in Oberberg vor 100 Jahren“ eröffnet. Der Eintritt ist an diesem Abend frei, eine Spende für das vollständig ehrenamtlich geführte Museum wird erbeten.


Die aktuellen Öffnungszeiten des ENGEL-MUSEUMs finden sich online unter www.engel-museum.de

Veranstalter

Engelverein e.V. Engelskirchen

51766 Engelskirchen

Seide_Samt_Plakat