Lambertsmühle

Die Lambertsmühle ist ein Ensemble, zu dem neben dem Mühlengebäude ein Stall, eine Remise, und eine Scheune gehören und das seit 1983 unter Denkmalschutz steht. Sie liegt im waldreichen Wiehbachtal.

Die Lambertsmühle war die Bannmühle des Rittersitzes "Haus Landscheid". Der Rittersitz als Lehen und damit auch die Mühle werden wohl mit der Besiedlung des Bergischen Landes im 12. Jahrhundert entstanden sein. Die Bauern, die auf den zum Rittersitz gehörenden Äckern lebten, waren verpflichtet, ihr Getreide in der "Bannmühle" mahlen zu lassen und gleichzeitig ihre Abgaben zu entrichten.
Ihren heutigen Namen soll die Mühle nach einem um 1570 geborenen "Lambert" erhalten haben, der mit Privileg der Herren von Landscheid in der Mühle gelebt hat.
Unter der Bezeichnung "Hunds-Mühle" blieb sie bis ins Jahr 1751 im Besitz der Herrschaft Landscheid, der mittleren von drei alten Burscheider Honn- oder Hundschaften um die Rittersitze Grünscheid, Landscheid und Bellinghausen.
Peter Busch, der letzte Pächter der Mühle, erwarb das Anwesen 1751 aus dem Adelsbesitztum des Freiherrn von Hall zu Landscheid und veräußerte die Mühle nach einem Jahrzehnt an den Scheffen und Müller Philipp Klein. Im Februar des Jahres 1766 brannte die Mühle ab. Es wird berichtet, die Magd des Hauses sei vom Knecht wegen angeblicher Schwangerschaft ermordet und in der Futterkammer verbrannt worden.

Beim sofortigen Wiederaufbau 1766 erhielt die Mühle ihre heutige Gestalt. Über der in Eichenholz gehaltenen Hauseingangs-"Klöntüre" bezeutgt eine in Sandstein gemeißelte Inschrift von jenem Wiederaufbau:
"Philipp Klein und Anne Beckers Ehe Leüthe haben diese Mühle gekauft und den bau hiehin setzen lassen im Jahr1766: Unsern eingang segne Gott Unsern ausgang gleichermassen segne Unser täglich Brot segne Unser thun und lasen, segne Uns mit Seligem sterben, Und mach Uns zu Himmelserben amen". Die Familie Klein blieb bis 1858 Eigentümer des Mühlenguthofes.

In der Folgezeit bis zum Jahre 1916 war eine Familie Conrads als Müller und Bäcker Besitzer der Mühle. Im Zuge einer Erbauseinandersetzung wurde sie anschließend in die Hände der Familie Wilhelm Maibüchen übertragen. Die der Mühle eingegliederte Brotbäckerei wurde im Februar 1942 eingestellt, wohingegen der Mühlen- und Mahlbetrieb bis zum Dezember 1956 von Ernst Maibüchen, dem letzten Betreiber der in der Lambertsmühle tätig gewesen Müllerbäckerfamilien aufrecht erhalten wurde. Sie wurde aber schließlich Opfer der fabrikmäßig betriebenen Großmühlen und der Futtermittelindustrie.

Das Mühlenanwesen wurde kurz vor dem Ableben der Witwe Erna Maibüchen im Jahre 1983 unter Denkmalschutz gestellt. Die Lambertsmühle ist eine der schönsten erhaltenen Mühlen im Stadtgebiet Burscheids. Siel ist ein beliebtes Wanderziel in der näheren Umgebung Burscheids, auf den Ritterpfaden des Bergischen Landes und dem Weg zwischen (Leverkusen-) Lützenkirchen und Altenberg inmitten historisch bedeutsamer Landschaft.

Besichtigungen

Die Lambertsmühle zu Burscheid ist ein Ensemble, zu dem neben den Mühlenteichen und der eigentlichen Mühle (mit Mühlrad, Mahlwerk und Steinbackofen) ein Stall, eine Remise und eine Scheune gehören. Eine funktionstüchtige Schmiede mit Esse, eine Holzwerkstatt / Stellmacherei, eine Schusterei / Sattlerei, eine Webstuhlkammer, ein Kellergewälbe (Weinkeller), ein ökologisch angelegter Bauerngarten sowie diverse landwirtschaftliche Geräte, z. B. eine funktionierende Apfelpresse oder eine Dreschmaschine runden das Bild ab. Eine innovative Maßnahme ist das Forschungsprojekt "Nachhaltiges Abwasserkonzept mit Separationstoiletten".

Führungen erfolgen nach Terminabsprache durch Mitlgieder des Vereins zur Förderung der Lambertsmühle zu Burscheid e.V.

Ansprechpartner: Armin Busch (Tel.: 02174 8147), Rolf Engelhardt (Tel.: 02174 1211), Klaus Hoppstätter (Tel.: 02174 892929)

Trauungen
Auf Wunsch können Paare in der Lambertsmühle getraut werden. Nähere Auskünfte erteilt die Stadtverwaltung Burscheid (Frau Preuß, Tel.: 02174 670-146).

Adresse

Lambertsmühle
51399 Burscheid
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(Bilder: RadRegionRheinland e.V.)